
Zusammenfassung einer Reise vom 09. bis 26. Juni 2025 nach Maziamu
Vor 10 Jahren, am 20.04.2015 hat sich in Königswinter der Verein zur Förderung christlicher Schulprojekte in Maziamu e.V. gegründet. Mit dem Leitsatz “Bildung verändert Leben. Hoffnung beginnt in Maziamu!“ hat der Verein den Aufbau einer weiterführenden Schule in einem abgelegenen Ort im Westen der Demokratischen Republik Kongo organisiert und umgesetzt. Im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziert er darüber hinaus Lehrerstellen, begleitet Entwicklungsprojekte rund um die Schule und ermöglicht Kindern den Zugang zu Bildung, die sonst keine Chance hätten. “Gemeinsam mit Menschen vor Ort und engagierten Unterstützern aus Deutschland bringen wir Wissen, Zukunft und Würde nach Maziamu.“
Schon nach einem Jahr nach der Vereinsgründung war der erste von nachfolgend 6 weiteren Bauabschnitten fertig und im September 2016 konnte der Schulbetrieb in 2 Klassenräumen aufgenommen werden. Heute stehen 3 getrennt stehende Schulgebäude (gebaut in jeweils 2 Bauabschnitten) mit jeweils 6 Klassenräumen, also 18 Räume für die Unterrichtung der Schüler zur Verfügung. Derzeit wird ein viertes Gebäude mit folgenden Unterteilungen gebaut: ein Bürozimmer für den Rektor, eine Bibliothek, ein Konferenzraum für die Lehrer, ein Unterrichtsraum als Nähatelier und zur Aufnahme der Nähmaschinen, sowie ein PC-Raum, in dem die Schüler in die Technik der neuen Medien eingeführt werden. Auf dem Dach dieses neuen Gebäudes soll eine Photovoltaik (PV)-Anlage installiert werden zur Versorgung der elektronischen Geräte, des PC-Raumes , aber auch der elektrischen Nähmaschinen. Schon heute gibt es auf dem Dach eines der Schulgebäude eine PV-Anlage mit Speicher, so dass auch alle Klassenräume beleuchtet werden können. Gleichzeitig kann mit dem Solarstrom die Pumpe einer Brunnenanlage auf dem Schulgelände betrieben werden, in dem ein aufgeständerter Vorratsbehälter gefüllt wird und auch Bewohner von Maziamu sich hier gerne mit ihren gelben Kanister Wasser holen.
Die Lernerfolge der Schüler können sich sehen lassen und die Schulanlage ist gepflegt und in einem guten Zustand. Damit genießt dieses erfolgreich umgesetzte Schulprojekt in Maziamu und in der erweiterten Region großes Ansehen in der Bevölkerung. Dabei werden auch die Fachrichtungen Hauswirtschaft, Datenverarbeitung, Handwerk und Landwirtschaft durch praktisches Umsetzen vertieft. Im Sommer 2025 wird der 3. Jahrgang einen Abiturabschluss machen können.
Vergleichbar mit unserer VHS werden auch Erwachsene in den Nachmittagsstunden unterrichtet.
24 engagierte Lehrer unterrichten in unterschiedlichen Fächern über 200 Schüler. Doch die erwartete staatliche Finanzierung der Lehrergehälter ist bisher ausgeblieben.
Um einen eigenen finanziellen Ausgleich zu schaffen, wurde schon seit einigen Jahren begonnen, eine erworbene größere landwirtschaftlich Fläche zu bepflanzen. Die Erntemengen und der damit verbundene Verkauf sind aber noch nicht so, dass es einen spürbaren Beitrag zur Finanzierung des Schulbetriebes gibt.
Mit Hilfe eines Traktors sollen die zu bewirtschafteten Flächen nun vergrößert und damit die Ernteerträge gesteigert werden. Auch an einer Verbesserung des schlechten Wegenetzes kann der Traktor mit seinen Anbauten helfen, um z.B. einen Absatzweg zur 30km entfernten Stadt Feshi stabiler zu gestalten.
Zu diesem Zweck wurde mit der Unterstützung des Kirchengemeindeverbandes Frechen in einer Spendenaktion ein Container in den Kongo geschickt. Im Container verstaut waren ein: Traktor mit etlichen Ackergeräten als Zubehör (Spende eines Landwirtes), ein 3 Seiten Kipper (Anhänger), ein Frontlader mit Schaufel und Palettengabeln. Der Container war bis auf den letzten freien Raum gefüllt mit Schulmaterial, Gartengeräten, Werkzeugen jedweder Art, Nähmaschinen, Stoffe und alles was vor Ort benötigt wird.
Nach einer unerwartet langen Standzeit des Containers in Matadi, dem Umschlagshafen des Kongos ist er mit seinem Inhalt jetzt in der Heimatdiözese von Albert, der Provinzhauptstadt Kikwit angekommen. Als der Container rund 5 Monate vorher hier in Deutschland beladen wurde, musste der Traktor zum Teil auseinander genommen werden, damit er in den Container geschoben werden konnte. Nun da er im Kongo angekommen ist, wurde er aus dem Container herausgezogen und von der diözesaneigenen LKW Werkstatt fachmännisch schnell wieder zusammengebaut und fahrbereit gemacht. Bei einem ersten Überführungsversuch von Kikwit zum 210km entfernten Zielort Maziamu mussten wir jedoch feststellen, dass der vorgesehene Fahrer des Traktors sich mit dem Traktor intensiver vertraut machen muss. Daher beschlossen wir, dass er zunächst umkehren sollte und vorübergehend mit einer Reihe Transportaufgaben für die Caritas der Diözese Kikwit (hier ist er im Juli 2025 noch in der Betreuung der dort vorhandenen Auto- und LKW-Werkstatt) die nötigen Erfahrungen sammeln soll. Erst dann soll ein erneuter Versuch unternommen werden, die fahrtechnisch sehr anspruchsvolle Strecke nach Maziamu in Angriff zu nehmen.
In einer Rückbetrachtung war unsere rd. 18 tägige Reise mitunter zwar abenteuerlich, aber sowohl vom Klima als auch von den Begleitumständen gut zu meistern. Ein begeisterter Empfang in Maziamu und eine beeindruckende Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen des “Vereins Schule für Maziamu e.V.“ bleiben unvergessen. Wir sind aufgeschlossenen und sehr hilfsbereiten Menschen begegnet, mit denen es trotz sprachlichen Barrieren ein freundschaftliches und herzhaftes Miteinander gab.
Mit dem perfekten Reiseleiter und Organisator Albert und seiner uns vom ersten bis zum letzten Tag umsorgenden Geschwister fühlten wir uns immer in seiner Großfamilie, sowohl in Kinshasa als auch in Kikwit gut aufgehoben.
Wie geht es weiter?
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Vorrangige Maßnahme: Übungsfahrten des Traktorfahrers rund um die Provinzhauptstadt Kikwit, auch um mit Transporten bereits erste Einkünfte zu erwirtschaften.
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Sollte der Traktor ohne zusätzliche Hilfen (LKW oder einem anderem Traktor) die Strecke nach Maziamu fahren können, wäre eine Rückfahrt nach Kikwit vorstellbar. Dabei könnte er Produkte aus dem Landwirtschaftsprojekt von Maziamu nach Kikwit bringen, die dort dann verkauft werden. Auf dem erneuten Rückweg nach Maziamu könnte er nach und nach die zwischengelagerten Ackergeräte und Sachspenden nach Maziamu transportieren. Vorzugsweise noch vor der im September beginnenden und 8 Monate dauernden Regenzeit.
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Sobald die Ackergeräte in Maziamu sind, können sie dort für die Vorbereitung der Pflanzungen eingesetzt werden.
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Die Bezahlung des Traktorfahrers und die Unterhaltung des Traktors (einschließlich finanzieller Rücklagen für Wartungen, Reparaturen und Betriebsstoffe) muss sich durch Transportleistungen bzw. Erträge aus dem Landwirtschaftsprojekt finanzieren.
Was könnte noch geplant werden?
Sobald die noch offene Finanzierungslücke von rd. 6.000€ für die nicht eingeplanten hohen Einfuhrgebühren und Transportkosten durch weitere Spenden geschlossen ist, dürfen weitere Ideen für die Zukunft entwickelt werden.
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Schweine- und Ziegenzucht, evtl. Rinderhaltung (?)
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Maßnahme zur Eindämmung der Brandrodung, in dem aus Savannengras Heu gemacht wird und dies zusammen mit den Resten aus der Hirse- und Maisernte zu Brennstoff verarbeitet wird.
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Die gute Strömung des durch das Grundstück verlaufenden Flusses könnte für eine Wasserturbine zur Stromgewinnung genutzt werden.
Zu diesen beiden letztgenannten Ideen könnte die Stiftung: Ingenieure ohne Grenzen technisch unterstützen.
Bitte helfen Sie mit!
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